SchmerzAkademie

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Archive für Dezember 2002

(sra) Die Nase juckt und läuft, die Augen sind gerötet und Betroffene fühlen sich verschnupft, schlapp und matt. Gerade in der kalten Jahreszeit kommen häufig noch Husten, leichtes Fieber und Kopfschmerzen hinzu. Die Erkältung ist perfekt!!

Auslöser sind Schnupfenviren. Sie greifen die Schleimhäute von Nase und Bronchien an. Um sie schnell wieder loszuwerden produziert der Körper vermehrt Schleim, die Nase läuft. Gleichzeitig werden von den Schleimhäuten Prostaglandine frei gesetzt, die Kopfschmerzen und Fieber verursachen. Arzneimittel, die Acetylsalicylsäure (ASS) enthalten, hemmen die Freisetzung der Prostaglandine. Dadurch werden weniger Schmerzimpulse ans Gehirn übertragen und das Fieber sinkt. Ähnlich wirkt Paracetamol. Gegen die Erschöpfung bei einer Erkältung kann Koffein helfen. Es bringt den Kreislauf wieder in Schwung und verstärkt außerdem die schmerzlindernde Wirkung von ASS und Paracetamol. Betroffene sollten allerdings diese Substanzen nicht selbst kombinie-ren, sondern auf Fertigarzneimittel zurückgreifen. Dadurch können unangenehme Nebenwirkungen ausgeschlossen werden. Gerade bei leichten Kopfschmerzen wird von Kopfschmerzexperten die Dreierkombination empfohlen, weil sich die Einzelsubstanzen in ihrer Wirkung ergänzen und verstärken. Das bringt schnelle Hilfe. Gleichzeitig ist darauf zu achten, neben dem Kopfschmerz die Erkältungssymptome zu behandeln.

Damit der Schleim dünnflüssig bleibt und sich nicht so leicht festsetzt, sollte viel Wasser oder Tee getrunken werden. Denn zäher Schleim in der Nase oder den Bronchien kann leicht als Nährboden für Bakterien dienen und beispielsweise zu einer Nebenhöhlen- oder einer Lungenentzündung führen. Darüber hinaus wirkt das Inhalieren mit Kochsalzlösung – zwei Teelöffel Salz auf einen Liter Wasser – befreiend auf Nase und Bronchien. Um die Lösung gut in Lunge und Nase zu verteilen, ist der Einsatz eines Inhalators sinnvoll. Meist erholt sich der Körper innerhalb einer Woche wieder von der Erkältung. Dauern die Symptome länger jedoch an, steigt das Fieber über 39° Grad oder treten sehr starke Dauerkopfschmerzen auf, sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Ausführliche Informationen enthält die Broschüre “Kopfschmerzen – Anleitung zur Selbsthilfe”, die mit einem adressierten und mit 1,53 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlag angefordert werden kann bei: Deutsches Grünes Kreuz, Stichwort: Kopfschmerzen, Postfach 12 07, 35043 Marburg.


Wichtig bei Erkältungen: Viel trinken!




Mehr Schmerzen durch schlechten Schlaf

(sra) Je schlechter Schmerzpatienten schlafen, desto stärker empfinden sie ihre Leiden. Zu diesem Schluss kommt eine englische Studie. Die Ärzte befragten 287 Patienten mit chronischen Schmerzen zu Schlafqualität, eingeschränkten Aktionsradius, Depressionen, weitere körperliche Beschwerden sowie Schläfrigkeit am Tag. Beim Auswerten der Daten fanden die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen gestörtem Schlafrhythmus und gesteigertem Schmerzempfinden. Außerdem äußerten sich Begleitsymptome wie Depressionen stärker, je mehr die Patienten unter ihren Schlafproblemen litten. In weiteren Studien soll jetzt geklärt werden, ob sich eine gezielte Verbesserung des Schlafes positiv auf Schmerzintensität und Begleitsymptome auswirkt.

Quelle:
McCracken, L; Iverson, G: Disrupted sleep patterns and daily functioning in patients with chronic pain. Pain Research Management 7 (2): S. 75-79, 2002.




Dezember 2002

Mehr als scharf!

Cayennepfeffer-Extrakt lindert Gelenkbeschwerden dauerhaft

Viele Arthrose- und Rheumapatienten kennen das Phänomen: Bei feuchtem und kaltem Wetter fühlen sich ihre Gelenke steif an und die Schmerzen nehmen zu. Kurzfristig können die Beschwerden zwar mit warmen Umschlägen und Bädern gelindert werden, eine dauerhafte Besserung ist damit aber nicht zu erreichen. Schmerzexperten wie der Berliner Arzt Jan-Peter Jansen raten daher, schmerzende Gelenke mit Präparaten zu behandeln, die langfristig Erfolg versprechen. “Eine dauerhafte Linderung kann man beispielsweise mit Salben erzielen, die den Cayennepfeffer-Extrakt Capsaicin enthalten.”, so Jansen. “Denn das Capsaicin wirkt in zweifacher Hinsicht: Zum einen regt es die Durchblutung an, wodurch sich der Stoffwechsel im Gelenk verbessert. Zum anderen hemmt es die Freisetzung des Botenstoffes Substanz P. Wird keine Substanz P mehr ausgeschüttet, ist die Schmerzleitung zum Gehirn unterbrochen, und der Patient empfindet keine Schmerzen mehr. Allerdings tritt diese Wirkung erst nach ein bis zwei Wochen ein.”, erklärt Jansen weiter. Im Akutfall rät er eine capsaicinhaltige Salbe bis zu viermal täglich in den schmerzenden Bereich einzumassieren, später einmal pro Tag. “Es dauert zwar einige Zeit, bis sich die Wirkung voll entfaltet, doch langfristig lässt sich mit capsaicinhaltigen Salben eine gute Schmerzlinderung erzielen.” Ein weiterer positiver Effekt: Durch die Wärmewirkung der Salbe werden die Gelenke stärker durchblutet und die Gelenkinnnenhaut ist besser mit Nährstoffen versorgt. Das regt die Produktion von so genannter “Gelenkschmiere” an und fördert die Gleitfähigkeit der Gelenke bei Bewegung.

Chili
Cayennepfeffer-Extrakt hilft bei Gelenkbeschwerden