SchmerzAkademie

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(sra) Die Ägypter glaubten, die Aloe verleihe ewige Schönheit und Unvergänglichkeit. Die alten Chinesen verehrten das Liliengewächs wie ein Gott. Jahrhunderte lang gehörte die Aloe vera in jede Küche, denn Brandwunden wurden mit einem abgebrochenen Blatt der Pflanze eingerieben. In den letzten Jahren ist aus dem unscheinbaren Gewächs eine Kultpflanze geworden. Wer den umfangreichen Werbeschriften der Anbieter glauben schenken möchte, kann den Pflanzensaft oder ein Gel bei nahezu allen Erkrankungen erfolgreich einsetzen. Sie sollen sogar bei der Behandlung von Migräne wirksam sein, so die Aloe-Anhänger.

Die kaktusähnliche Pflanze ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Darüber hinaus sollen sekundäre Pflanzenstoffe wie zum Beispiel Saponine, Flavonoide, ätherische Öle und Gerbsäuren eine anti-mikrobielle, anti-oxidative und das Abwehrsystem stärkende Wirkung entfalten, die sogar Krebs vorbeugt.

Wissenschaftlich bewiesen ist, das Aloe vera – Saft den Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte senkt1. Außerdem konnte in Studien ein positiver Effekt bei Herpesinfektionen im Genitalbereich und bei Schuppenflechte gezeigt werden. Die Ergebnisse zur Wundheilung waren allerdings widersprüchlich. Ob und wie Aloe vera Migräniker von ihrer Last befreien kann, ist wissenschaftlich bislang unklar. Betroffene können sich also frei nach dem Motto entscheiden: “Ich weiß nicht, ob es hilft, schaden kann es nicht.”

1 B.K. Vogler, E. Ernst: Aloe vera: a systematic review of its clinical effectiveness.
Br. J. Gen. Pract. 49: 823-828, 1999.




Kopfschmerztagebuch bestätigt den Verdacht

(sra) Mehr als die Hälfte aller Migränepatientinnen1 ist davon überzeugt: “Meine Beschwerden treten kurz vor der Periode auf”. Dieses Gefühl trügt nicht, meint Dr. Rüdiger Schellenberg vom Institut für ganzheitliche Medizin in Hüttenberg. “Schätzungsweise bei jeder siebten Patientin tritt die Migräne in Zusammenhang mit der Menstruation auf”, so der Experte weiter. Grund für die Beschwerden ist das Abfallen des Sexual-Botenstoffs Östrogen zum Ende des Monatszyklus.

Zur Vorbeugung empfehlen Frauenärzte Migränepatientinnen Östrogenpflaster oder die Pille. Bei einer Migräne, die in der Zyklusmitte auftritt, können auch die Minipillen mit dem Botenstoff Gestagen helfen. Wegen der bekannten Nebenwirkungen einer Hormontherapie sollte jedoch eine Nutzen-Risiko-Abwägung gemeinsam mit der Frauenärztin erfolgen.

“Treten dennoch typische Vorboten einer Migräne, wie Lichtempfindlichkeit und Übelkeit zum Ende eines Zyklus auf, sollten Patientinnen frühzeitig mit einer Migräne-Behandlung beginnen”, rät Schellenberg. Bei leichten Attacken könne eine Therapie mit Kombinationspräparaten, die Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein enthalten, genügen. Auch ASS (1000 Milligramm), Ibuprofen (600 bis 800 Milligramm) oder Paracetamol (1000 bis 1500 Milligramm) als Einzelsubstanzen können helfen, meint der Kopfschmerzspezialist. Bei mittelschweren bis schweren Attacken haben sich Triptane bewährt.

Frauen, die nicht sicher sind, ob der Monatszyklus Ursache für ihre Migräne ist, können dies mit Hilfe eines Kopfschmerztagebuches herausfinden, meint Schellenberg. In das Kopfschmerztagebuch werden Art, Dauer und Stärke der Attacke notiert, aber auch Begleiterscheinungen und sonstige Ereignisse, wie beispielsweise der Zyklus. “Meist reicht ein Beobachtungszeitraum von drei Monaten, um die Zyklusabhängigkeit zu bestätigen”, so der Experte.

Ein Kopfschmerztagebuch können Interessierte gegen Einsendung eines mit 1,44 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlages und einer Schutzgebühr von 0,55 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort: Kopfschmerztagebuch beim Deutschen Grünen Kreuz, Postfach 12 07, 35002 Marburg anfordern oder im Internet unter www.forum-schmerz.de herunterladen.

1 Ärzte Zeitung vom 21.11.2001




(sra) Es gibt kaum jemanden, der nicht schon einmal Kopfschmerzen hatte. Viele Betroffene sind deshalb der Ansicht, es gehöre zum Alltag, ab und zu Kopfweh zu haben. “Weil man Kopfschmerzen immer noch nicht als Krankheit ernst nimmt, greifen viele Patienten vorschnell zu Schmerzmitteln, anstatt die Ursache für ihre Schmerzen herauszufinden und zu beseitigen”, kritisiert Andreas Peikert in seinem neuen Ratgeber über Migräne und Kopfschmerzen.

Der Schmerzspezialist gibt den Lesern Checklisten an die Hand, die helfen sollen, den Schmerz zu beschreiben. Außerdem geht Peikert ausführlich auf die Entstehung und Behandlung von Migräne ein und bietet Strategien, wie Betroffene ihre Kopfschmerzen “bändigen” und sich Linderung verschaffen können. “Migräne lässt sich zwar nicht heilen, weil sie eine angeborene Reaktionsbereitschaft des Körpers ist”, meint Peikert. Doch die Betroffenen sollten nicht den Mut verlieren: Wer die Auslösefaktoren für einen Migräneanfall vermeide, könne sein Leiden in den Griff bekommen. Neben den medikamentösen Therapiemöglichkeiten stellt Peikert in seinem Buch auch alternative Behandlungsmethoden wie das Biofeedback-Verfahren vor.

Durch seine übersichtliche Gliederung, die verständliche Sprache und vor allem die Fülle an praktischen Informationen wird dieses Buch schnell zu einem unverzichtbaren Begleiter von Betroffenen.

Andreas Peikert: Migräne und Kopfschmerzen. TRIAS Verlag, Stuttgart 2001. EUR 12,95, ISBN 3-8937-3380-9




(dgk) Hier eine gute Nachricht: Bei 80 Prozent aller Migränepatientinnen verschwinden die Kopfschmerzen während der ersten Schwangerschaft vollständig oder verbessern sich zumindest deutlich. Laut DMKG (Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft) treten außerdem bei zwei Drittel der Frauen weniger Spannungskopfschmerzen auf. Verantwortlich dafür sind nach Expertenmeinung Veränderungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft.

Migränepatientinnen, die schwanger werden, sollten möglichst schnell ihren Arzt informieren und Medikamente nur noch in Absprache mit ihm einnehmen. Denn fast alle medizinischen Wirkstoffe können über das mütterliche Blut und die Plazenta zum Kind gelangen. Arzneimittel wirken auf den empfindlichen Körper des Babys anders als bei der Mutter, und Entwicklungsprozesse können dadurch gestört werden.

Wurden während der ersten 14 Tage der Schwangerschaft Medikamente eingenommen, schadet das aller Wahrscheinlichkeit nach dem Kind nicht. Denn der Embryo ist in dieser Zeit “Selbstversorger” und noch nicht an den mütterlichen Blutkreislauf angeschlossen. Aber ab der dritten Woche nach der Befruchtung ist Vorsicht geboten. Schwangere sollten dann möglichst ganz auf Arzneimittel verzichten.

Bei leichten Kopfschmerzen während der Schwangerschaft helfen kalt-warme Fußbäder. Die gezielten Reize an den Füßen wirken regulierend auf die Blutgefäße des Kopfes. Vorbeugen und lindern lassen sich Kopfschmerzen außerdem durch Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training. Auch die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Akupunktur haben sich bewährt.

Wem diese “sanften” Verfahren nicht helfen und wer trotzdem unter Kopfschmerzen leidet sollte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Bei Unsicherheiten über die Schädlichkeit für das ungeborene Kind können sich Arzt und Patientin an eine Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie wenden, die es in Berlin gibt.

Achtung: Treten während der Schwangerschaft erstmals Migränesymptome wie starke Kopfschmerzen, Flimmern vor den Augen, Magendruck und Erbrechen auf, sollte die Frau möglichst schnell zum Arzt, denn möglicherweise leidet sie an einer Schwangerschaftsvergiftung.

Die Beratungsstelle für Embryonaltoxikologie erreichen Sie unter folgender Adresse:

Beratungsstelle für Vergiftungserscheinungen und Embryonaltoxikologie
Spandauer Damm 130
D – 14050 Berlin
030/30686 – 734
Informationen über die Beratungsstelle finden Sie im Internet unter folgender Adresse:
www.giftnotruf.de